
Eine wunderschöne Hausgeburt in 90 Minuten
Mit der nächsten Welle platzte die Fruchtblase, ab da war mir endgültig klar, dass das ganze viel schneller gehen würde als gedacht und ich wies meinen Mann an, die Hebamme noch einmal anzurufen.
Dies ist der 4. Teil der Reihe: Vorbereitung zur Hausgeburt / Alleingeburt
Teil 1: Doula & Hebamme finden oder Alleingeburt?
Teil 2: Was brauche ich? Checkliste Hausgeburt & Alleingeburt
Teil 3: Wie bereite ich mich und meine Familie auf die Geburt vor?
Dein Wochenbett – Eine Übersicht über die ersten Stunden, Wochen und Monate nach der Geburt
Die meisten Frauen bereiten sich intensiv auf die Geburt vor, vernachlässigen aber die Zeit danach. Das Wochenbett (die ersten Wochen nach der Geburt) ist eine so besondere Zeit.
Und es lohnt sich, sich darauf vorzubereiten.
Was ist das Wochenbett?
Das Wochenbett beschreibt die Zeit direkt nach der Geburt, bis ca. 6 – 8 Wochen nach der Geburt.
Es ist die Phase, in der du dich schonen und deinem Körper liebevoll Zeit geben solltest, sich von der Geburt zu erholen. Wie lange dein ganz persönliches Wochenbett dauert, sollte dir niemand vorschreiben.
Selbst wenn dein Körper nach einigen Wochen wieder “normal” funktioniert, darf deine Seele/dein Geist länger brauchen.
Du wirst dich wahrscheinlich für eine lange Zeit nicht so fühlen, wie vorher (vielleicht nie wieder) und das ist ok.
Du solltest dich ausruhen – so viel du kannst. Die Plazenta hinterlässt eine Wunde von ca 21 com in deiner Gebärmutter. Und diese Wunde braucht Zeit und Ruhe um heilen zu können.
Milcheinschuss: ca. 2-5 Tage nach der Geburt; stell’ dich auf Hormonachterbahnen ein. Trauer & Freude liegen hier nah beieinander
Essen – du wirst (vor allem wenn du stillst) sehr hungrig und durstig sein. Achte auf eine vitaminreiche und wasserreiche Ernährung mit vielen Ballaststoffen
Besucher dürfen warten – wenn du keinen Besuch möchtest, ist das ganz normal und eine Grenze die du setzen darfst. Du entscheidest wer, wann und für wie lange kommt
Wochenfluss – für bis zu 6 Wochen
Auch das Thema Wochenbettdepression wird in dieser Zeit leider für viel zu viele Frauen zur Realität. Was genau dahinter steckt und wie du dem entgegenwirken kannst, liest du hier.
Gerade in dieser ersten Zeit ist Ruhe das Wichtigste. Und, dass du jemanden hast der auch emotional für dich da ist. Hilfreich kann es außerdem sein, einen sogenannten Meal Train einzurichten, sodass du dir um das Essen keine Gedanken machen musst.
Es ist mir so wichtig, dass du ein paar Dinge über die Pflege eines Neugeborenen und die Herausforderungen, die du selbst erleben kannst, weißt.
Bitte schau‘ dir folgende Dinge genauer an in Vorbereitung auf deine Zeit nach der Geburt. Oder speichere dir diese Liste ab, um im Wochenbett darauf zugreifen zu können.
Das Wochenbett und seine Herausforderungen:
🍃 Lochia (Wochenfluss)
🍃 Nächtliches Schwitzen / hormonelle Umstellungen
🍃 Milcheinschuss, Überschuss & Regulierung (meist nach 10-12 Wochen)
🍃 Stillpositionen / Stillprobleme beheben (angewachsenes Zungenbändchen zB.)
🍃 Emotionale Herausforderungen & Überforderung, häufiges Weinen
🍃 sicheres Co-Sleeping / bindungsorientierter Babyschlaf
🍃 Nachwehen
✨ Nabelschnur-Pflege
✨ Richtiges Halten und Hochheben deines Babys
✨ Fingernägel schneiden/feilen (sonst droht Verletzungsgefahr)
✨ Sakrales Grübchen am Steiß
✨ Baby richtig baden/waschen
✨ Baby richtig kleiden (je nach Temperatur/ Schweißcheck im Nacken)
Ganz normale Dinge, die dein Baby wahrscheinlich in den ersten Tagen/Wochen macht/hat
✨ Moro-Reflex
✨ Baby schielt ab und zu
✨“Babybrüste” (normal, solange nicht entzündet, rot, schmerzhaft)
✨ Mekonium / Kindspech
✨ Schluckauf
✨ Pickel
✨ Neugeborenengelbsucht (bitte informieren)
✨ (pulsierende) weiche Stelle am Oberkopf
✨ Milchschorf / Kopfgeis
✨ Lanugo Behaarung
✨ häufiges Niesen
✨ Haut schält sich
Stell dich darauf ein, dass dein Baby permanent bei dir sein möchte (an der Brust, auf deinem Arm etc.). Das ist ganz normal und du wirst dich daran gewöhnen. Schraube deine Erwartungen herunter – du wirst mit großer Wahrscheinlichkeit weniger machen können, als du es dir vorstellst – sei liebevoll und geduldig mit dir und deinem Baby.
Höhen & Tiefen – stelle dich darauf ein, dass es auf und ab geht und du manchmal verzweifelt sein wirst. Du wirst deinen Weg finden. Vertraue dir und hole dir Hilfe wann immer nötig!
Die meisten Frauen haben Haarverlust, Beginn: um den 4. Monat. Das ist hormonell bedingt und legt sich wieder
Du wirst hier und da Momente haben in denen es gut läuft & dann kommen die nächsten Zähne, der nächste Schub usw.. Auch wenn es langsam geht, aber es wird mit der Zeit einfacher.
Verabschiede dich von extrem festen Routinen – sie mögen hier und da funktionieren, aber das Leben mit einem Baby ist sehr unvorhersehbar. Stelle dich darauf ein, einfach jeden Moment zu nehmen, wie er kommt.
24/7 – Du wirst den ganzen Tag ein Auge auf dein Baby haben müssen – wenn es krabbelt, wenn es läuft etc. Babys brauchen Beachtung, Liebe, Zeit und Nähe. Das kann sehr zehrend sein, achte deshalb auf dich und nimm dir Zeit für dich, wann immer möglich.
Genieße die schönen Momente, von denen wird es nämlich auch ganz viele geben!
Eine von “Welch” durchgeführte Studie ergab, dass Mütter durchschnittlich 98 Stunden pro Woche arbeiten. Das entspricht etwa 2,5 Vollzeitstellen.
Ja, Mama sein kann unglaublich hart sein, dich an deine Grenzen bringen und dich emotional und physisch enorm fordern.
Du wirst aber gleichzeitig auch so sehr wachsen an dieser neuen Aufgabe. Du wirst dich immer wieder selbst damit überraschen, wie stark du bist und wie sehr du lieben kannst.
Mama sein ist unglaublich. Schön & hart.
Du solltest aktiv dafür sorgen, dass du Zeit für dich hast.
Dazu zählt übrigens nicht Zähneputzen, in Ruhe essen, oder mal alleine auf’s WC gehen.
Was du nämlich leistest ist unglaublich und du verdienst es so sehr, es dir gut gehen zu lassen. Sodass du aus deiner ganz persönlichen Wochenbettzeit gestärkt herausgehen kannst.
Wenn du bereits ein Kind oder mehrere Kinder hast, kann das Wochenbett extra herausfordernd sein.
Ich möchte dir hier ein paar Dinge an Herz legen, wie du dein Kind auf das neue Baby vorbereiten kannst und wie du das Wochenbett mit einem älteren Kind gestalten kannst.
Sollte das ältere Kind Eifersucht, oder andere große Gefühle zeigen, können 10 Minuten direkte, persönliche Zeit mit dir als Mama helfen. So fühlt sich dein älteres Kind gesehen und wertgeschätzt. Diese 10 Minuten sollten wirklich nur für das Kind da sein. Augenkontakt, Berührung, schöne Erlebnisse.
Beziehe das Kind in den Baby Alltag mit ein:
Was kann dein Kind tun um zu helfen? Kinder wollen Teil des Teams sein und helfen. Kann dein Kind eine Windel holen und beim Anlegen der Windel helfen?
Kann es beim Baden des Babys helfen?
Überlege dir, wo du dein Kind mit einbeziehen kannst, sodass es sich gebraucht fühlt.
Wenn du dein Baby stillst und dein größtes Kind in dieser Zeit unruhig, aufgebracht oder traurig wird, halte eine Box oder eine Tüte mit “Überraschungen” bereit. Je nach Alter des Kindes können da ganz alltägliche Dinge drin sein, die dein Kind aber sonst vllt. nicht sieht/nicht mit spielt. Zum Beispiel: Lockenwickler, Haargummis, eine Rolle Klebeband und andere Dinge die du so im Haushalt findest. Hier geht es einfach darum, dass dein Kind beschäftigt ist und neue Dinge erkunden kann, die es sonst nicht sieht. Dies klappt besser bei Kindern die noch kleiner sind.
Weitere Tipps zur Vorbereitung auf ein neues Geschwisterkind erhältst du hier.
Viele der oben genannten Tipps sind vom Account: biglittlefeelings
Interessante Wochenbett – Traditionen aus anderen Kulturen, siehst du hier.
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Zahlen, Fakten, Ursachen & Lösungen zu den häufigsten Komplikationen
Für eine selbstbestimmte Schwangerschaft, Geburt und das Wochenbett.
Mit der nächsten Welle platzte die Fruchtblase, ab da war mir endgültig klar, dass das ganze viel schneller gehen würde als gedacht und ich wies meinen Mann an, die Hebamme noch einmal anzurufen.
Im Auto wurden die Wehen regelmäßig, sehr intensiv und die Abstände wurden kürzer. Ich veratmete meine Wehen und betete, dass ich es noch bis zu meiner Mama schaffe.
Ich horche in mich hinein und frage mich, was das Ganze nun ist. Ich kann nicht so richtig entspannen und los lassen, weil ich immer noch denke, es ist ein Fehlalarm. Das teile ich meinem Mann mit. Dieser sagt, er glaubt nicht, dass es ein Fehlalarm ist. Ich solle ruhig los lassen.
Ich möchte in die Badewanne. Dort sind die Wehen unverändert stark und ich spüre schon einen großen Drang dich nach unten zu schieben. Während den Wehen muss dein Papa mir das Kreuzbein massieren, ich spüre wie dein Köpfchen da vorbei möchte.
Ich habe mich in jeder Sekunde wertgeschätzt & ernst genommen gefühlt. Die Entscheidung eine Hausgeburt zu machen war für uns die beste Entscheidung überhaupt.
Ist dein Partner gegen eine Hausgeburt? Hier findest du Tipps, wie du ihm und dir helfen kannst. Du erfährst außerdem, wie dein Partner für dich während der Geburt da sein kann, ob es sinnvoll ist, deine Kinder zur Geburt da zu haben und wie du dich adäquat auf eine Hausgeburt vorbereitest.