Disclaimer: Die in den Berichten geteilten Meinungen, sowie verwendeten Praktiken sagen nichts über meine persönlichen Ansichten zu bestimmten Themen aus.

Eine wundervolle Geburt nach einer kräftezehrenden Schwangerschaft

Am 01.03.2022 hatte ich ihn nun endlich in der Hand: einen positiven Schwangerschaftstest. Juhu, die Freude war riesig und ich hatte von diesem Moment an den Wunsch nach einer Hausgeburt.

Die ersten 5 Wochen meiner Schwangerschaft waren hervorragend, mir ging es blendend und von einem auf den anderen Tag verschlechterte sich mein Wohlbefinden. Ich hatte mit extrem starker Übelkeit zu kämpfen und musste mich dauerhaft übergeben. Als ich in der 10. Schwangerschaftswoche angekommen war, ging es mir richtig schlecht. Ich konnte weder essen noch trinken und musste mich täglich zwischen 15 und 20 mal übergeben und nichts half mir.

Da ich Tag und Nacht über der Toilette verbracht habe und langsam am dehydrieren war brachte mich mein Mann in das Krankenhaus um mich wieder fit zu machen und da wurde die Diagnose gestellt

Hyperemesis gravidarum.

Laut meiner Frauenärztin soll ich mich doch nicht so anstellen und einfach täglich Tabletten gegen Übelkeit nehmen. Nein, das mache ich nicht, das tue ich meinem Baby im Bauch nicht an. Nachdem ich laut Frauenarzt ständig irgendwas hatte, wie zum Beispiel: Verdacht auf Schwangerschaftsdiabetes (ohne hohe Zuckerwerte), Verdacht auf ein zu kleines Baby, Verdacht auf eine Unterversorgung und und und.. verließ ich mich nur noch auf die Aussagen meiner tollen Hausgeburtshebamme, die mich durch die Schwangerschaft begleitete. Diese hat mich immer wieder beruhigt und die Aussagen der Ärztin verworfen, zum Glück.

Nun war ich am Ende meiner Schwangerschaft angekommen und ich wünschte mir so sehr, dass es bald losgeht.

Ich war schon in der 40. SSW und wurde ungeduldig durch lauter Vorfreude auf die bevorstehende Hausgeburt.

Und es ging einfach nicht los.. Beim nächsten Besuch meiner Hebamme (11.11.2022 um 9:00 Uhr morgens) war ich schon bei 40+6 und ich hatte bisher weder Übunsgwehen noch Senkwehen gespürt und bat sie darum, meinen Muttermund zu untersuchen. Sie sage, er wäre schon 1cm geöffnet und es könnte die nächsten Tage losgehen. Da sie mich ausführlich über diese Muttermund-Untersuchung aufgeklärt hatte, wusste ich, dass ich immer mal wieder ein leichtes Unterleibziehen verspüren könnte und so war es dann auch.

Mein Mann war an diesem Tag auf einer Hochzeit eingeladen und ich sagte, er soll dahin gehen, mir geht es gut wie schon lange nicht mehr. Ich hab den Tag im vollen Zügen genossen voller Vorfreude auf die bevorstehende Geburt. Ich konnte endlich wieder etwas mehr essen, hatte ein gutes Wohlbefinden, aber manchmal ein leichtes Stechen im Bauch. Also beschloss ich, mich am Nachmittag noch einige Stunden auszuruhen und zu schlafen. Mein Mann kam abends von der Hochzeit und wir schauten noch einen Film bis 23 Uhr, danach machten wir uns fertig für die Nacht.

Im Bett habe ich meinem Mann gesagt, dass ich glaube, die Geburt könnte in 1 bis 2 Tagen losgehen und er antwortet mir darauf nur “oh bitte, lass mich noch 5 Stunden schlafen”.

Um genau 4.30  Uhr morgens war es nun so weit – meine Fruchtblase ist geplatzt. Voller Euphorie gab ich meinen Mann Bescheid und ich ging erstmal gemütlich duschen.

Gegen 5 Uhr morgens hab ich meine Hebamme angerufen, um ihr Bescheid zu geben, denn wir hatten zum Geburtsort noch eine Fahrt von 40 Minuten zu meiner Mutter. Meine Hebamme sagte wir sollen uns langsam auf den Weg machen, da meine Wehen bald einsetzen, oder stärker werden könnten.

Mein Mann und ich sahen alles sehr entspannt und machten uns keinen Stress, er versorgte noch die Katzen, und brachte alles in unser Auto, ich saß auf der Toilette und so langsam gingen intensive und regelmäßige Wehen los, also sind wir um 6:15 Uhr losgefahren.

Im Auto wurden die Wehen regelmäßig, sehr intensiv und die Abstände wurden kürzer. Ich veratmete meine Wehen und betete, dass ich es noch bis zu meiner Mama schaffe.

7:10 Uhr endlich angekommen bei meiner Mama und die Hebamme ist auch da.

Ich bin direkt wieder zur Toilette gegangen und veratmete die Wehen. Meine Hebamme beobachtete mich dabei und sagte es würde wohl nicht mehr lange dauern.

Ich bekam nichts von der Hektik im Hintergrund mit. Es musste noch der Geburtspool aufgebaut und gefüllt werden.

7:30 Uhr

Ich ging ins Wohnzimmer und habe mich vor den Kachelofen gekniet, meine Hüfte kreisen lassen und voller Kraft meine Wehen veratmet. Ich spürte langsam wie der Druck im Unterbauch kräftiger wurde und dann war endlich der Pool fertig gefüllt.

7:50 Uhr 

Ich legte mich in den Pool und habe schnell bemerkt, diese Position tut mir nicht gut, also hab ich in den Vierfüßlerstand gewechselt und lehnte mich über den Rand vom Pool.

Die Hebamme sagte mir ich soll doch mal fühlen, dann spüre ich schon sein Köpfchen. Ich bin erschrocken, meine Geburt ist doch erst losgegangen, wie kann das denn nur so schnell gehen.

Bei meiner nächsten Wehe spürte ich langsam einen Pressdrang, richtete mir noch meine Haare aus dem Gesicht, machte selbstständig den Dammschutz und begann mein Baby in voller Kraft “raus zu atmen” und nach 2 Presswehen war es auch schon so weit: ich durfte meinen kleinen Sohn in meine Arme schließen

Am 12.11.2022 um 8:14 Uhr erblickte er das Licht der Welt, mit 48 cm und 2860g.

Alle Anwesenden (mein Mann, meine Mama, mein Bruder und die Hebamme) waren zu Tränen gerührt von meiner intuitiven Meisterleistung.

Einige Minuten später durften mein Mann, unser Sohn und ich uns erstmal im Pool kennenlernen, ganz alleine für uns.

Die Plazenta wurde um 9:05 und geboren und die Nabelschnur erst einige Minuten später durchgeschnitten, wir gingen vom Pool auf das Sofa und dann durfte ich meinen Sonnenschein das erste Mal stillen, er hatte schon so großen Hunger. Mir ging es blendend, ich hatte keine Verletzungen und war unfassbar stolz auf mich und alle Beteiligten.

Ich bin so glücklich darüber, eine so wunderbare Geburt erlebt zu haben. Erst hinterher habe ich realisiert, dass dieses Ziehen im Unterleib schon der Wehenstart war, den ich dann einfach mal verschlafen habe.

Ich hoffe, dieser positive Geburtsbericht macht der ein oder anderen Frau Mut zur Hausgeburt, ganz im Kreise der Liebsten.

Ich möchte außerdem meiner Mama dafür danken, dass sie mich während der gesamten Schwangerschaft unterstützt und ermutigt hat. Sie hat stundenlang gelesen und war für mich da.

Dieser Geburtsbericht wurde anonym eingereicht. Vielen Dank für’s Teilen! 

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